Sonett 187

by Francesco Petrarca

Wenn Phöbus taucht ins Meer den goldnen Wagen,      In Nacht die Luft und meinen Geist zu hüllen,      Dann treibt michs, um des Busens Angst zu stillen,      Des Himmels Sternen meinen Schmerz zu klagen.

5
Der Leiden Menge, die mein Herz ertragen,

     Such’ ich dem Seelenlosen zu enthüllen,      Die Welt und Amorn, und des Schicksals Willen,      Mich selbst und Lauren zürnend anzuklagen. Die Ruhe flieht, des Schlafes Schwingen weichen,

10
     Der Morgen trifft in Seufzern mich und Zähren,

     Den Augen zugesandt vom wunden Herzen. Aurora kommt dann, um die Nacht zu scheuchen,      Doch nur die Sonne, die mir Lust und Schmerzen      Gebiert, kann Lindrung meiner Brust gewähren.

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