Sonett 131

by Francesco Petrarca German

Es schweigen Erd’ und Himmel und die Winde,      Das Wild, die Vögel sind vom Schlaf gebunden,      Mit goldnen Sternen ist die Nacht durchwunden,      Und schlummernd füllt das Meer des Bettes Gründe.

5
Ich sehe, denke, glühe, klag’ und finde

     Vor mir den süßen Feind zu allen Stunden.      Krieg ist mein Zustand, und des Herzens Wunden      Macht der Gedank’ an sie mir nur gelinde. So fließt aus einer klaren Quelle Schooße

10
     Das Süß’ und Bittre, davon ich mich weide,

     So schlägt und heilet mich dasselbe Wesen. Und nimmer zu entfliehn dem bangen Loose,      Sterb’ ich, erwache neu zu Lieb’ und Leide,      Und keine Hoffnung blüht mir, zu genesen.

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