Sklavenmoral
Mein Junge, du wirst zu treu und zu gut – Fast möcht' ich dich wecken! Ich seh's mit schwellendem Stolz – und ich seh's Mit wachsendem Schrecken.
Wie Tau einer Blüte; Es atmet durch deinen weichen Mund Die träumende Güte. Dir zuckt's um die Lippen bei fremdem Schmerz,
Ein wunderbares, befremdliches Ding Bei der Menschen Kindern. Pass' auf, sie werden dich früh genug Vor den Karren spannen;
Man hetzt dich von dannen. Weh dir, wenn ein Gott in den Geist dir gelegt Gewalt des Propheten – Sie werden überbrüllen dein Wort
Zum Siege führen – Dann aber wirst du dich krümmen im Staub Vor ihren Türen.
Wie Dornen und Blut – Und ich reiße dich wild ans hämmernde Herz In aufjubelnder Glut.