Serenade

by Julius Grosse (1828–1902) · 1882 German

Keine düstren Sorgenträume
Dulde mehr in deiner Nacht.
Morgensehnen, Morgenthränen
Bringt des Tages junge Pracht.

Sanft und ruhig sollst du schlafen,
Alle Genien ruf' ich her,
Dir zu singen, dir zu bringen
Traumeswonnen süß und hehr.

Schwingt ein Dämon seine Flügel
Ueber deinem theuren Haupt,
Scheucht den Düstern schon ein Flüstern
Deiner Liebe, daß sie glaubt.

Heiter lächelnd sollst du wandeln
Wie im Morgensonnenglühn:
Deinen feuchten Augen leuchten
Auen, wo die Myrthen blühn! (S. 71)
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