Sehnsucht nach der Schweiz
[50] Sehnsucht nach der Schweiz. Sehnend denk’ ich Eurer stillen Hütten, Wo die Unschuld immer lächelnd wohnt; Wo die Einfalt väterlicher Sitten Reines Blut und muntres Alter lohnt.
Eurer tiefen Thäler frisch umkränzt; Eurer Eisgefilde, Eurer Seen, Sanft vom Aetherhimmel überglänzt; Und der Wiesenplane, wo im Weiden
Und der Kindheit zephyrgleiche Freuden Mit den Blütenflocken mich umwehn: [51] Wo des Felsstrom’s nächtlich wildes Rauschen, Das der Abhang schwindelnd überblickt,
Tief im Anschau’n seiner Kraft entzückt; Wo des Knaben braune Pfirsigwange Glänzend schwarzes Lockenhaar umwallt, Und aus voller Brust im Lenzgesange
Wo Natur und Menschheit still vereinet, Hand in Hand, auf Himmelshöhen geh’n; Wo kein Auge bittre Thränen weinet, Frohe Blicke nur zum Himmel seh’n!