Sehnsucht nach der Schweiz

by Friederike Brun

[50]            Sehnsucht nach der Schweiz. Sehnend denk’ ich Eurer stillen Hütten,      Wo die Unschuld immer lächelnd wohnt; Wo die Einfalt väterlicher Sitten      Reines Blut und muntres Alter lohnt.  

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Thränen rinnen, denk’ ich Eurer Höhen,

     Eurer tiefen Thäler frisch umkränzt; Eurer Eisgefilde, Eurer Seen,      Sanft vom Aetherhimmel überglänzt;   Und der Wiesenplane, wo im Weiden

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     Unter Kindern Ziegenheerden geh’n,

Und der Kindheit zephyrgleiche Freuden      Mit den Blütenflocken mich umwehn: [51] Wo des Felsstrom’s nächtlich wildes Rauschen,      Das der Abhang schwindelnd überblickt,

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Stumm der Hirt und seine Braut belauschen,

     Tief im Anschau’n seiner Kraft entzückt;   Wo des Knaben braune Pfirsigwange      Glänzend schwarzes Lockenhaar umwallt, Und aus voller Brust im Lenzgesange

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     Kraftgefühl und Freiheitssinn erschallt;

  Wo Natur und Menschheit still vereinet,      Hand in Hand, auf Himmelshöhen geh’n; Wo kein Auge bittre Thränen weinet,      Frohe Blicke nur zum Himmel seh’n!

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