An meinen Mann auf der Reise

by Friederike Brun

[77] An meinen Mann auf der Reise.       1788. Laut heulet der Sturmwind      Im luftigen Haupt Der zitternden Espe –      Es brausen die Wogen

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Ans zackigte Ufer,

     Weit über das Ufer, Weit über die Steine,      Mit zischendem Schaum! Ich höre mit Zittern

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     Den rauschenden Sturm;

[78] Ich höre mit Beben      Die heulenden Wogen! Fern ist der Geliebte,      Im schaurigen Walde,

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Am stürzenden Felsstrom,

     Im hallenden Thal! Es hellet kein Sternlein      Dir, Lieber! den Pfad; Dir lächelt, dir winket

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     Kein Mondstral, o Trauter!

In dunkleren Tiefen      Weh’n hüpfende Flämmchen – O! folge, Geliebter,      Den Täuschenden nicht!

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O kehre bald wieder

     Zum heimischen Heerde! Nicht täuschende Flämmchen –      [79] Die Flamme der Liebe Im Busen des Weibes,

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     Das Lächeln der Freude

Im Auge des Knaben,      Die harren Dein hier.

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