Sehnsucht

by Karl Immermann (1796–1840) · 1835 German

Könnt' ich sie einmal treffen an
Im tiefen Wald, da Niemand ginge,
Es wär' um allen Schmerz gethan,
Ach daß es, daß es doch gelinge!

Wir schritten immer weiter ein,
Und sähen nimmermehr zurücke,
Und würden fein geborgen seyn,
Und scheuten keines Menschen Tücke.

Und Alle, die uns sonst gehöhnt,
Und schlimmen Sieg an uns erworben,
Sie wären Alle nun versöhnt,
Und sprächen sanft: Sie sind gestorben! (S. 103)
_____

More poems by Karl Immermann

  • Abschied

    Jetzt wird es klar, du hast gescherzt
    Mit meiner Lieb' und Treue.
    Die Wunde brennt, die Wunde schmerzt, …
  • Am Baume

    Die Sonne ruhig sinket,
    Der durst'ge Anger trinket
    Den kühlen Abendthau; …
  • An Lesbia

    Laß uns leben, Lesbia, und lieben,
    Und der Runzelstrengen Alten Kritteln
    Nicht für einen leichten Heller achten! …
  • Auf der Wiese

    Morgenthau! Morgenlicht!
    Klopfende Brust!
    Halte den streifenden Fuß nicht auf …

All poems by Karl Immermann →