• Das hab ich dir zu danken,
    daß du die grünen Ranken
    des Glücks zu einem Zelt mir biegst,
    davor du ohne Klagen
    getreu an allen Tagen
    als meines Friedens wache Hüterin liegst.

    Du hörst die leisen Klänge,
    die heimlichen Gesänge,
    und horchst mit einem halben Ohr hinein,
    ...

  • Du schläfst, und meine blöde Liebe
    darf sich auch ihrem Winkel wagen
    und über dich ihr zärtlich Nachtgebet
    mit leisem Mund und lautem Herzschlag sagen.

    Dem hellen Tag ist sie ein schreckhaft Kind
    und liebt Verstecke, hüllt sich gern in Schweigen,
    verschüchtert leicht, wo andre lärmend sind.
    ...

  • Schmale Wege gingen wir
    Hand in Hand,
    Schmetterling fingen wir
    hart an eines Abgrunds Rand.
    Und mit jedem Falter glaubten wir
    gleich das Glück, das Glück gefangen,
    doch die Finger nur bestaubten wir,
    und der schöne Schimmer war vergangen.

    Aber nie genug.
    Immer reizt...

  • Drüben du, mir deine weiße
    Rose übers Wasser zeigend,
    hüben ich, dir meine dunkle
    sehnsüchtig entgegenneigend.

    In dem breiten Strome, der uns
    scheidet, zittern unsre blassen
    Schatten, die vergebens suchen,
    sich zu finden, sich zu fassen.

    Und so stehn wir, unser...

  • Sieh, diese Lilie bring ich dir,
    und keiner Rose heiße Glut,
    nein, dieser Lilie weiße Glut
    und meine Liebe bring ich dir.

    Sieh in den keuschen Kelch hinein
    und weide dich an seinem Glanz,
    an seinem Glanz und deinem Glanz:
    kein Spiegelbild kann treuer sein.

    Und sieh...

  • 1.
    Sonette müssen, seit Petrarca sang,
    Vom holden Mithrasdienst der Liebe klingen;
    Und könnte Jeder wie Petrarca singen,
    Nie endete der wonnevollste Klang.

    Allein, wie manches Herz, im schönen Drang,
    Regt, ach, vergebens allzuzarte Schwingen;
    Darf auch das Wort in jene Räume dringen,...

  • Das seltsame, thörichte, fragende Herz,
    Im Glücke so bang, so glückselig im Schmerz -
    Was mag es nur ewig so klopfen?
    Es klopft, ach! nicht ewig; es bebet, es harrt,
    Bis das Blut in den Gängen des Lebens erstarrt,
    Allmählich, von Tropfen zu Tropfen.

    Dann schweigt es; dann ruht es; Dämonen der Welt...

  • Ein Gläschen Wein ist gar so gut;
    Und wie's dem Herzen wonnig thut!
    Durch den charmanten Rosenflor
    Kommt Einem alles rosig vor.

    Dazu ein Pfeifchen, das gut brennt;
    Das wäre so dein Element!
    Warum denn nicht? Es schäme sich
    Der Gleißner deß, und gräme sich!

    Doch hat...

  • Verweile hier, und wiederhole dir's!
    Ist's doch des ewigen Verweilens werth -
    O könnte man's lebendig wiederholen!
    Da wardst du Mensch, als Liebe dich berührte.
    Als noch die Welt, ein graues Räthselknäuel,
    In deiner Hand lag, ekel zu entwirren,
    Die Zukunft, kalt und wüst und farbenlos,
    Ein Nebelmeer, um...

  • Was schlägt aus träumerischen Fernen
    Wie Aeols-Klänge an dieß Ohr?
    Was trägt zu wundervollen Sternen
    Ein längst vereinsamt Herz empor?

    Der Himmel glänzt, Planeten rauschen,
    Man spürt die Pulse der Natur;
    Die Geister meines Lebens lauschen,
    Sie merken ihres Ursprungs Spur.
    ...