Aus dem Osten

by Ernst von Feuchtersleben (1806–1849) · 1836 German

Was schlägt aus träumerischen Fernen
Wie Aeols-Klänge an dieß Ohr?
Was trägt zu wundervollen Sternen
Ein längst vereinsamt Herz empor?

Der Himmel glänzt, Planeten rauschen,
Man spürt die Pulse der Natur;
Die Geister meines Lebens lauschen,
Sie merken ihres Ursprungs Spur.

Es ist kein Träumen, ist kein Denken,
Ist kein Gefühl, das steigt und fällt -
Nennt es ein mystisches Versenken
Ins liebevolle Herz der Welt.

Es birgt sich nicht den Schmerz, zu schwinden,
Der höchsten Liebe tief gewiß -
Gewiß, sie dann auch noch zu finden,
Wann schon des Daseyns Kleid zerriß. (S. 61)
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