• 7.

    7.
    Das ist des Frühlings Gruß, der wunderholde,
    Sanft kost der Wind mit Fluthen, spiegelglatten,
    Die Welt wird hell, es grünen neu die Matten,
    Es sproßt am Strauch die junge Blüthendolde.

    Zu Wolken auf, umsäumt vom Sonnengolde,
    Blick' ich im Traum, mich lockt's in Waldesschatten
    Im Herzen...

  • 8.

    8.
    Liebesahnung
    Gar lieblich ist's, o wohl! und süße Pflicht,
    Erprobten Bund unwandelbar zu pflegen,
    Erkornem hold treufesten Sinn zu hegen,
    Bis todumflort erlischt des Auges Licht.

    Doch schöner ist...

  • 9.

    9.
    Blitz der Liebe
    Sie sitzen jahrlang zimperlich am Theetisch,
    Und mählich wird ein matt Gefühl geboren,
    Ein zücht'ger Kuß - es wird der Bund beschworen,
    Und ihren Segen giebt Mama pathetisch.

    Ich...

  • In meinem Gärtchen lachet
    Manch Blümlein klar und roth,
    Vor allen aber machet
    Die brennende Liebe
    Mir Noth.

    Wohin ich mich nur wende,
    Steht auch die helle Blum';
    Es glühet sonder Ende
    Die brennende Liebe
    Ringsum.

    Die schlimmen Nachbarinnen,...

  • Dürft' ich mit dir dort oben gehn,
    Du träumerischer Mond,
    Ich könnte wol hinübersehn,
    Wo die Geliebte wohnt!

    Zu glücklich ist die Nachtigall,
    Die in dem Lindenbaum
    Vor ihrem Haus mit süßem Schall
    Durchklinget ihren Traum! (S. 109)...

  • Ich saß zu ihren Füßen,
    Ich hielt wol ihre Hand,
    Ich hätt' sie mögen küssen;
    Mein Herz hat heiß gebrannt
    Vor Liebe.

    Sie sah herab so wonnig,
    Es war um mich geschehn;
    Ich sah den Himmel sonnig
    In ihren Augen stehn
    Vor Liebe.

    Zwei glühend rothe...

  • Ach, scheiden von der Lieben,
    Das thut dem Herzen weh!
    Das will mich sehr betrüben,
    Wo ich auch geh' und steh'.

    Muß oft der Stunde denken,
    Wo ich zuletzt sie sah;
    Sie saß mit bitt'rem Kränken
    Bei Vater und Mutter da.

    Ich sah sie dort zerpflücken
    Ein...

  • Es blüht am Rain der weiße Schlee,
    Wohl kommt der Lenz, doch mir ist weh;
    Am Kirchthurm seh' ich Schwalben zieh'n,
    Könnt' ich mit ihnen heimwärts flieh'n!

    Wie ist mein Liebchen gar so hold,
    Sein Lockenhaar so klares Gold,
    Und in den Augen hell und rein
    Des ganzen Himmels Widerschein!...

  • Mondenschein, stiller Mondenschein,
    Eile zu ihrem Kämmerlein!
    Du sollst sie oftmals grüßen,
    Mondenschein, darfst sie küssen!
    Willst Du mein Bote sein?

    Nachtigall, traute Nachtigall,
    Fliege mit deinem Liederschall,
    Fliege zu ihr und sage,
    Was ich im Herzen trage
    ...

  • Ob am grünen Donnerstage
    Auch der Pabst gar sehr geflucht,
    Hab' ich doch am Ostertage
    Wieder Peters Dom besucht.

    Wenig hat es mich bekümmert,
    Wie in schwerer, goldner Pracht
    Seine Heiligkeit geflimmert,
    Schön das schöne Spiel vollbracht.

    Denn vor all' den schönen...