[161] An Ihren Genius.
Send’ ihr Blumen und Frücht’ aus nieversiegender Fülle,
Send’ ihr, freundlicher Geist, ewige Jugend herab!
Hüll’ in deine Wonnen sie ein und laß sie die Zeit nicht...
[161] An Ihren Genius.
Send’ ihr Blumen und Frücht’ aus nieversiegender Fülle,
Send’ ihr, freundlicher Geist, ewige Jugend herab!
Hüll’ in deine Wonnen sie ein und laß sie die Zeit nicht...
[108] An ihren Papa
Amici! Plaudite! - Die bunten Bänder
und Wimpel flattern froh im Wind!
Wie danke ich dir gütigem Spender
für dieses Kind! -
5 Du würdiger Greis – vor so und so viel Jahren
...
[92]
Annette an ihren Geliebten.
Ich sah wie Doris bey Damöten stand,
Er nahm sie zärtlich bey der Hand;
Lang sahen sie einander an,
Und sahn sich um, ob nicht die Aeltern wachen,...
Die Mutter an ihren Erstgebornen.
Kämpfend zwischen Tod und Leben,
Hoch durchglüht von Zärtlichkeit,
Fühlt’ ich nie das Wonnebeben
Einer Mutter, so wie heut.
5 Als ich nach der Jammerstunde,
Holder Säugling, dich erblickt;
Als der Schrey aus deinem Munde
Mich zur Himmelslust entzückt:
O, da dacht’ ich nicht der Schmerzen,...
[46] HAT JEDE FRUCHT IHREN SAMEN
Hat jemand einen Traum erzählt.
Ein Dichter schuf daraus Dichtung.
Ein Maler hat die als Sujet gewählt
Für ein Bild in grotesker Belichtung.
...
In ihren kleidern die mit schillern flattern
Erscheint es dass sie tanzt auch wenn sie geht ·
Wie eines heilgen gauklers lange nattern
Die er auf einem stab im takte dreht.
5 Wie toter sand und wolkenrand der wüsten
Zu denen fruchtlos menschlich leiden schreit ·
Wie wellennetze an den meeresküsten
Entfaltet sie sich ohne achtsamkeit.
...
Die Liebe fing mich ein mit ihren Netzen,
Und Hoffnung bietet mir die Freiheit an;
Ich binde mich den heiligen Gesetzen,
Und alle Pflicht erscheint ein leerer Wahn.
Es stürzen bald des alten Glaubens Götzen,
Zieht die Natur mich so mit Liebe an.
O süßer Tod, in...
Gar recht! du bleibest doch ein unvergleichlich kind;
Ich habe dich niemals ohn' uhrsach so genennet:
Wer dich gesehen hat / und deinen nahmen kennet /
Der findet meinen schluß mehr als zu wohl gegründet.
Ich rühme nicht den geist / der tausend herzen bindt /
Nicht wangen / nicht den halß / nicht wie dein auge brennet /...
Die Rose hat ihren Duft verhaucht,
Dir einen Gruß zu bringen,
O daß Liebe Zeichen und Worte braucht
Und möchte nur duften und klingen.
Die Rose hat ihren Duft verhaucht,
Dir einen Gruß zu bringen,
Wenn in dein Gedenken mein Herz sich taucht,
Wie Duft muß es zu dir dringen.
Die Rose hat...
Himmel und Erde, was wird aus dir!
Seele des Weibes, was bist du mir,
Seit mir, wie ich es nie erlebt,
So daß Herz an dem deinen bebt?
Ist dieß Quellen und Schwellen, sag,
Deiner, ist's meiner Pulse Schlag?
Singen die Lüfte, rauscht das Meer?
Alles ist Tönen um mich her,
Die Welt verschwimmt...