Doch grünt die frische lieb, ob blum und baum erbleicht,
Die liebe, die sich mir in einem krantz verehret,
Dem bild der ewigkeit, die durch kein end auffhöret
Und keiner zeiten grimm, ja nicht dem tode weicht.
Ihr keuschestes gemüth, das reinem silber gleicht,
Mein licht! hat ihr geschenck mit perlen noch vermehret,...
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Sie, dennoch sie, mein licht! sie wil beständig seyn.
Ob die zeit sich gleich verändert und die sonne sich versteckt
Und die wüsten felder trauren und das feld mit schnee bedeckt,
Sie dennoch (wie sie schreibt) geht kein verändern ein.
Die bäume sind entblößt, das wasser hart als... -
So fern, mein licht! von euch, so fern von euch gerissen,
Theil ich die trübe zeit in schmertzen und verdruss
Und wünsch all augenblick, dass mir des himmels schluss
Erlaub, euch bald voll lust und unverletzt zu grüßen.
Mein trauren kan ja nichts (wie hoch es auch) versüßen,... -
XX.
Höre/ was ich seufftzend singe/
Rosilis/ in meiner Noth.
Ach/ daß es dein Hertz bezwinge!
Ach/ daß meiner Leffzen Tod [Leffzen=Lippen]
diesen Rosen-Mund befreite/
und der schnelle Stralen-Blitz... -
XXI.
Rosilis/ was fang ich an?
Mein Verhängnis will mich fassen/
ich soll forthin/ weil ich kan/
Deiner Augen Anblick hassen.
Ach! wie werd ich oft mit Thränen
deiner keuschen Liebe Ziel/
das besüste Lippen-Spiel/
der Gedancken-Sorg entlehnen!
Rosilis/... -
Nun ist dein Siegreich hinn/ sein Leben ist erstorben/
sein frischer Leib ist schwach/ sein Angesicht verdorben:
Was aber Adelmuht hat Schuld an diser Pein?
Die gantze Nach-Welt ruft: Nur Adelmuht allein. (S. 40)
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Was machts/ o Adelmuht daß dich die Manschaft liebet/
und dihr so manchen Dienst in wahrer Demuht giebet?
weil deine Wangen blühn wünscht Sie derselben Frucht/
und drüm wirstu so oft von ihr auch heim-gesucht. (S. 44)
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