LXVI. An eben selbige

by Andreas Gryphius


So fern, mein licht! von euch, so fern von euch gerissen,
Theil ich die trübe zeit in schmertzen und verdruss
Und wünsch all augenblick, dass mir des himmels schluss
Erlaub, euch bald voll lust und unverletzt zu grüßen.
Mein trauren kan ja nichts (wie hoch es auch) versüßen,
Als ihr, o meine lust! Wie dass mit schnellem fuß
Ich denn mein werthes heyl bestürtzt verlassen muss,
Indem ich einig mag die keusche schönheit küssen?
Ihr Parcen, die ihr uns das tag-register setzt,
Ach führt mich wieder hin zu dem, was mich ergetzt!
Warum doch suchet ihr mich von mir selbst zu scheiden?
Mein leib, ich geh es nach, sitzt ja in diesem land;
Die seele geb ich dir zu fester treue pfand,
Bey welcher ich voll ruh, ohn welch' ich stets muss leiden.
(Sonette Das fünfte Buch S. 195)

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