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    Worzu dient so süsses Blicken /
    Wenn du bist in nichts verliebt?
    Ists / daß unser Seuffzer-schicken
    Cloris dir Vergnügen giebt?

    Zwar offt heist das Herze geben
    Sich begeben seiner Ruh /
    Doch wer immer frey will leben /
    Bringt sein Leben...

  •   Könte man für Liebe sterben / wär ich längstens kalt und todt /
    Solte sie ein Feuer heissen / wär ich längstens Asch und Koth:
    Doch ist sie kein Tod zu nennen / woher fühl ich solche Schmerzen?
    Und ist sie kein brennend Feuer / was kocht so in meinem Herzen?
    ...

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    1.
    Lieben das läst sich nicht zwingen /
    Lieben entstehet vor sich /
    Soll dir’s darinne gelingen /
    Mustu geduldiglich
    Warten was zeiten und tage dir bringen.

    2.
    Bindstu der liebe die hände;
    Sicher so wird sie dir feind /...

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    1.
    Lieben erlaubet die jugend zu üben /
    Lieben pflanzt selber der himmel uns ein;
    Keine gesetze verbieten das lieben /
    Sondern erfordern empfindlich zu seyn;
    Wahre verbündnüß getreuer gemüter /
    Lieben und wiederumb werden geliebt /
    Küssen und herzen...

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    1.
    So soll ich dich / mein Engel / nimmer sprechen?
    Und mündlich dir bekennen was mir fehlt?
    Du siehst es zwar aus meinen augen brechen /
    Doch hat mein mund es niemals dir erzehlt.

    2.
    Die mißgunst läst / dich schönstes kind / bewachen /
    ...

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    1.
    Springt fessel entzwey!
    Brecht ketten und schlösser /
    Ich hab' es itzt besser /
    Die seele wird frey.
    Komm stilles vergnügen / komm küsse mich nu /
    Und setze mich wieder in vorige ruh.

    2.
    Was hab' ich darvon?
    Das...

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    1.
    Süsse brunst vergnügter flammen /
    Brand! der mich aus mir entzückt;
    Bringet eure glut zusammen /
    Biß es geist und seel erqvickt;
    Last eur feuer in mich rinnen /
    Ich vergönne freien lauff /
    Meine glieder / geist und sinnen
    Opffre ich zum...

  •  
    Climene, meine treue sinnen
    Stehn ewig nur allein nach dir,
    Laß meine seuffzer dich gewinnen,
    Und rück dein auge nicht von mir,
    Dein auge, das mich zwar verletzet,
    Doch auch durch seinen winck ergötzet.

    Ach höre meine schwere klagen,
    Und...

  • Aus: Oden und Epoden
    Buch 4


    Traf's mich? oder träum' ich denn bloß, es habe
    Ein beschwingter Pfeil mir das Herz getroffen?
    Was es immer ist auch, im Flug geregt hat
    Etwas die Lüfte.

    Wohl die Hand ich...

  • Göttin, du bist Stall und Stein,
    Sol ich meine Lieb und Pein
    In dein hartes Hertze graben,
    So muß ich was härters haben.

    Was ist härteres als du:
    Das mich reitzt so starck dazu.
    Es sind die standhafften Flammen,
    Die aus Witz und Tugend stammen.

    Es bringt einen Azoth mir
    Die...