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    Mund! der die seelen kan durch lust zusammen hetzen /
    Mund! der viel süsser ist als starcker himmels-wein /
    Mund! der du alikant des lebens schenckest ein /
    Mund! den ich vorziehn muß der Inden reichen schätzen /
    Mund! dessen balsam uns kan stärcken und verletzen /
    ...

  •  
    Wie zürnst du Florida so ohne maaß und ziel /
    Daß meine zunge hat die gränzen übergangen?
    Die schuld ist nicht zu groß / und that sie dir zu viel /
    Wie hast du sie denn nicht / wie sies verdient / gefangen?
    Doch daß dir kundbar sey / warum ich es gethan /
    Daß ich die...

  •   Wo sind die stunden
    Der süssen zeit /
    Da ich zu erst empfunden /
    Wie deine lieblichkeit
    Mich dir verbunden?
    Sie sind verrauscht / es bleibet doch dabey /
    Daß alle lust vergänglich sey.

    Das reine scherzen /
    So mich ergetzt /...

  • Ach daß ich euch nicht meiden müste /
    Ihr schätze dieser dritten welt /
    Ihr schnee-gebürgten engel-brüste /
    Von lufft und seuffzern auffgeschwellt;
    Mit eurer rundten liebligkeit
    Mag nichts durchaus verglichen werden /
    Weil ihr des himmels und der erden /...

  •     1.
    Albanie / gebrauche deine zeit /
    Und laß den liebes-lüsten freyen zügel /
    Wenn uns der schnee der jahre hat beschneyt /
    So schmeckt kein kuß / der liebe wahres siegel /
    Im grünen may grünt nur der bunte klee.
    Albanie.

    2.
    ...

  •   Armseliger / was hilfft dich doch dein lieben?
    Du liebest / was nicht lieben kan /
    Des himmels schluß hat dich itzt zwar getrieben /
    Doch rührst du was verbotnes an.
    Die schönheit / die dein herze sucht /
    Ist des verbotnen baumes frucht.

    Die...

  •  
    Die lieb ist unvernunfft / die mit vernunfft vermengt /
    Ein fried-gesellter haß / betrug vermischt mit glauben /
    Ein' hoffnungsvolle furcht / ein schiffbruch / dessen rauben
    Uns dennoch süsse dünckt / ein stein so uns bedrängt /
    Ein angenehm Charybd / und ein gesundes krancken /...

  •  
    1.
    Die Wollust bleibet doch der Zucker dieser Zeit /
    Was kan uns mehr / denn sie / den Lebenslauf versüssen?
    Sie lässet trinckbar Gold in unsre Kehle fliessen /
    Und öffnet uns den Schatz beperlter Liebligkeit;
    In Tuberosen kan sie Schnee und Eiß verkehren /...

  •  
    Ein haar so kühnlich trotz der Berenice spricht /
    Ein mund / der rosen führt und perlen in sich heget /
    Ein zünglein / so ein gifft vor tausend herzen träget /
    Zwo brüste / wo rubin durch alabaster bricht /
    Ein hals / der schwanen-schnee weit weit zurücke sticht
    Zwey...

  •  
    Es wird der bleiche tod mit seiner kalten hand
    Dir endlich mit der zeit umb deine brüste streichen /
    Der liebliche corall der lippen wird verbleichen;
    Der schultern warmer schnee wird werden kalter sand /
    Der augen süsser blitz / die kräffte deiner hand /
    Für welchen...