Ringsum zerfallene Reste

by Marie Eugenie Delle Grazie

[33]  7. Ringsum zerfallende Reste, Zerbröckelnd und morsch Gestein, Und drüber hangende Äste, Und fluthender Sonnenschein....

5
In Diocletian’s Thermen

Ein prächtiges Gotteshaus, Am Corso Hasten und Lärmen, Der Weltstadt erregt Gebraus! Und melancholisches Schweigen

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Am Ufer des Tiberstrom’s –

Gespenstisch wachsen und steigen Aus ihm die Geschicke Rom’s: Gigantisch winkt, aber traurig, Das Grab der Vergangenheit,

15
Von seiner Zinne droht schaurig

Der Engel im Schuppenkleid. Und dort – Sankt Peter – der prächtig Das leuchtende Haupt erhebt – Die Gegenwart, die noch mächtig

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Nach Schönheit und Täuschung strebt;

[34] Dieweil die Zukunft schon düster In Lumpen die Stadt durchirrt – O Grauen, wenn ihr Geflüster Zum Schrei des Frohlockens wird!

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Noch einmal, Rom, wirst du fallen,

Wie einst das Kreuz dich gefällt – Die Wahrheit ruft ihr: „Weh’ Allen!“ Dann über die ganze Welt....

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