Räuberlied

by Marie Sophie Christiane von Plessen

[12] Räuberlied. In der Nacht, in der Nacht, in der Nacht, Wo Uhu und Käuzchen nur wacht, Da ziehen wir Räuber mit leichtem Sinn Zum Brande, zum Morde, zum Raube dahin!

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Erstehet zu zeitig der Sonne Licht,

Des achten wir sorglose Räuber nicht; Denn was uns die schnöde List nicht gewann, Erkämpfen wir muthig dann Mann um Mann. [13] Und dräut aus der Ferne auch Strang und Schaffott,

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Uns sind die Gesetze der Menschen ein Spott!

Ein kräftiger Arm und ein muthiges Herz Verhöhnen die Schande, verhöhnen den Schmerz. Und kommt denn endlich die letzte Noth, Der Herr ist auch der Räuber Gott;

15
Wir nahen ihm büßend, doch furchtlos und still,

Er füge mit uns es, wie Er es will.

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