Theresa Gröhe (Ps. T. Resa)

  • Ich eile durch die dunklen Gassen,
    Der Regen sprüht, der Wind erwacht;
    Noch fühl' ich deines Arms Umfassen,
    Noch auf den Wangen, auf den blassen,
    Brennt heiß die Glut, die du entfacht.

    O Frühlingsglanz im...

  • Die Tage gehen weiter ihren Gang,
    Ich lebe weiter. - Meine Seele rang
    Seit Monden nun, daß sie dem Glück entsage. -
    Doch wie sie kämpfte, wie sie grausam litt,
    Noch immer heimlich ging die Hoffnung mit,
    Durch all' die bangen,...

  • Im Sterbepurpur steht der Strauch,
    Still atmen die Wellen im Hafen.
    Mein zitterndes Herz, nun rüste dich auch
    Zu deinem letzten Schlafen.

    Herbstblätter taumeln im Abendwind,
    Verweht sind Wälder und Matten;...

  • I.
    Nun sinkt die Welt in Nebelgrau,
    Herbstlaub bedeckt die Pfade dicht.
    Trüb' schäumt der See, der einst so blau,
    Im Sommersonnenlicht.

    Und still durch meine Seele zieht
    Trotz Winternahn und Sturmeswehn,...

  • Verblüht die Rosen, verweht die Klänge,
    So schwül der Tag und so endlos die Nacht,
    Nun wieder die Öde, nun wieder die Enge,
    Die mich so thatlos, so elend macht!
    Verloren die Heimat, erloschen die Sterne,
    Die mir geleuchtet so...

  • Hier lag ich, zusammengebrochen, oft,
    Vorüber schien alles, was ich gehofft,
    Gestorben, zerstört, dahinten weit -
    Nun kommt das Glück - o holder Gast,
    Daß dich das traurige Herz nicht faßt!
    Nun kommt sie zurück, die selige Zeit,...

  • Vom Himmel erster, zarter Flocken Fall,
    Und dennoch Blüten, Blüten überall,
    Als wär' erwacht der Frühling, licht und warm;
    Kein Kind, das nicht ein Kränzlein trägt am Arm.
    Und draußen, vor dem Thor, ein Blütenmeer -
    Von Duft und...

  • I.
    Waldkonzert - ein Lachen und Neigen -
    Man amüsiert oder langweilt sich.
    Unter den wehenden, maigrünen Zweigen
    Schrittweit getrennt nur: du und ich.

    Uniformen leuchten und blitzen,
    Heimlich Blicke...

  • Das ist ein Blühen und Sprießen: Maisonne und Maienwind!
    Aufleuchtend durch die Wiesen des Stromes Silber rinnt,
    Aufjauchzend zum Himmel, dem blauen, klingt rings der Vögel Lied,
    Wohin die Augen schauen, hellleuchtend das Leben blüht.
    Mir...

  • Es war mein Mut ein kecker Fant,
    Im Lenzwind wehte sein Panier.
    "Wer ficht mich an? - wer hält mir Stand?
    Ich streck' euch alle in den Sand,
    Im frischen, im fröhlichen Turnier!"
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    Ich hab' ihn...