Theresa Gröhe (Ps. T. Resa)

  • I.
    Dein Mund wollt' mich nicht küssen
    Zum Weggeleit,
    Hab' von dir scheiden müssen
    Für alle Zeit.
    Wohl wollt' mein Herzschlag stocken
    Zur Scheidestund',
    Das finstre Aug' blieb trocken
    Und stumm...

  • In weiche Dämmerung versank die Ferne,
    Wir saßen einsam, Hand in Hand zusammen,
    Und deine tiefen, schwarzen Augensterne
    In Thränen schwammen.

    Du sprachst zu mir: "Es ist mein Herz beklommen,
    Weil sich mein Weg nun...

  • Die blasse, duftende Lenzespracht
    Entblättert und verblüht;
    Der Südwind, der die Rosen entfacht,
    Singt ihr das Sterbelied.

    Nun steigt der Vollmond, leuchtend und hehr,
    Empor im dunklen Blau, -
    ...

  • Daß ist's - was kann es sein als Hassen,
    Dies schneidend bittre, wilde Weh?
    Wenn ich dich langsam und gelassen
    An mir vorübergehen seh'!
    Und kalt und fest am Boden haften
    Die Augen, die in Glanz und Glut
    Ein Meer von...

  • Als in Schnee und Eis noch lagen
    Diese frühlingsfrischen Höh'n,
    Hat mich hier dein Arm getragen,
    Einst, beim Berghinuntergehn.
    Schweigend, hoch emporgehoben,
    Heißen Blickes, hast du mich,
    Tausend Sterne sahn von oben...

  • Zuweilen fahr' ich jäh aus Nacht und Schlaf,
    Dem Traume fluchend, der mein Herz umsponnen,
    Dem Traum, gemischt aus Qualen und aus Wonnen.
    Ein Dolchstoß, der die Todeswunde traf. - -

    Und heißen Auges starr' ich in die Nacht....

  • Welch' leuchtende, eisige Nacht!
    Tiefer Schnee auf Wegen und Stegen,
    Doch du kommst mir entgegen,
    Und der sonnigste Frühling lacht.
    Deine Lippen, wie heiß
    Von heimlichen Küssen und Kosen!
    Glühende Rosen
    ...

  • "Ich habe dich gar zu, gar zu lieb!"
    Du flüsterst es leise mit lächelndem Mund.
    Gieb deine Lippen! Deine Seele gieb
    In dieser seligen Stund'.

    Pflicht - Ehre - Leben und jäher Fall -
    Was ist's, das nicht mein Herz...

  • Du!

    Du bist ja selber Poesie!
    So sieghaft schön, so strahlend heiter!
    Holderes sah mein Auge nie,
    Und was ich denke, spät und früh -
    An dich, an dich - und sonst nichts weiter.

    An dich - an dich! und sonst nichts mehr!...

  • Sie ritten zur Jagd vor Tag und Tau
    Den Edelhirsch zu erlegen,
    Durch Schatten-Alleen, dämmerblau,
    Dem schweigenden Wald entgegen.

    Vorbei am schlafenden Grafenschloß,
    In wildem fröhlichen Reiten -
    Nur...