Lenz im Schnee

by Theresa Gröhe (Ps. T. Resa) (1853–1929) · 1900 German

Ich eile durch die dunklen Gassen,
Der Regen sprüht, der Wind erwacht;
Noch fühl' ich deines Arms Umfassen,
Noch auf den Wangen, auf den blassen,
Brennt heiß die Glut, die du entfacht.

O Frühlingsglanz im Regensprühen,
O Lenz im Schnee! Wildselig Glück!
Vergessen Welt und Leid und Mühen,
Nur Mund auf Mund noch fühl' ich glühen
Und leuchten selig Blick in Blick. (S. 95)
_____

More poems by Theresa Gröhe (Ps. T. Resa)

  • Ahnung

    Das ist ein Blühen und Sprießen: Maisonne und Maienwind!
    Aufleuchtend durch die Wiesen des Stromes Silber rinnt,
    Aufjauchzend zum Himmel, dem blauen, klingt rings der Vögel Lied, …
  • Allerseelen

    Vom Himmel erster, zarter Flocken Fall,
    Und dennoch Blüten, Blüten überall,
    Als wär' erwacht der Frühling, licht und warm; …
  • Bald!

    Im Sterbepurpur steht der Strauch,
    Still atmen die Wellen im Hafen.
    Mein zitterndes Herz, nun rüste dich auch …
  • Bei dir

    "Ich habe dich gar zu, gar zu lieb!"
    Du flüsterst es leise mit lächelndem Mund.
    Gieb deine Lippen! Deine Seele gieb …

All poems by Theresa Gröhe (Ps. T. Resa) →