Vom Himmel erster, zarter Flocken Fall,
Und dennoch Blüten, Blüten überall,
Als wär' erwacht der Frühling, licht und warm;
Kein Kind, das nicht ein Kränzlein trägt am Arm.
Und draußen, vor dem Thor, ein Blütenmeer -
Von Duft und Weihrauch weh'n die Lüfte schwer.
Ich geh' allein im lauten Menschenschwarm
Einsam und schweigend - keinen Kranz am Arm -
Und weiß es doch - und weiß doch - ich auch hab'
Fern, fern im Leben ein vergessen Grab.
Kein Kränzlein schmückt es, dort brennt kein Licht,
Und, denk' ich dran, wend' ich das Angesicht.
Einst, als es stumm vor mir sich aufgethan,
Riß es vom Leben allen holden Wahn -
Mein Glück, mein Träumen - alles ward sein Raub,
Und nieder riß michs, nieder, in den Staub.
Auf meinen Knie'n, im wilden Schmerz ich lag -
Das war ein Tag! o Gott! das war ein Tag!!
Dann ging das Leben weiter seinen Gang -
Ein Stern nur löschte aus, ein Ton verklang.
Nur selten denk' ich dran; heut taucht's empor -
Verwehter Klang haucht seltsam in mein Ohr,
Verwehtes Glück macht mir die Seele krank
Und sieht mich an, mit Augen, schmerzensbang,
Und beugt mir tief das Haupt, in Gram und Not;
Daß ich noch lebe - und mein Herz ist tot.