Nachtstück
[28] Nachtstück. Am Ufer der Elbe. Stille sinkt! In der Abenddämmrung Weben Athmet Ruhe, neues Leben, Wo des Stromes Schooß uns winkt.
Vollmond! wo dem Schimmersaume, Schwebend über’m Weidenbaume, Leis’ entwallt der Purpurflor. Schauerlich
Jezt an dunkeln Bachgestaden; Ahndungsvoll umflüstert’s mich. [29] Zauberisch Fällt durch leichtgehobne Ranken
Auf das duftende Gebüsch. Tief herab Wandeln wir in trauter Enge, Hand in Hand, die Windegänge;
Nun empfängt Uns die Grotte, ernst und traurig, Still und düster, reg’ und schaurig, Dicht mit Immergrün behängt.
Mondlicht hüpft am weissen Aste Unterm hohen Laubpallaste, Und der Quelle Silber blinkt. [30] Wolken ziehn;
Dunkel stehn die Tannenhügel, Und der Elfen Heere fliehn.