II. Mittag.
AUff Freunde! last vns zu der Taffel eylen /
In dem die Sonn ins Himmels Mittel hält
Vnd der von Hitz vnd Arbeit matten Welt
Sucht ihren Weg / vnd vnsern Tag zu theilen.
Der Blumen Zier wird von den flammen Pfeylen
Zu hart versehrt / das außgedörtte Feld
Wündscht nach dem Tau’ / der Schnitter nach dem Zelt;
Kein Vogel klagt von seinen Liebes Seilen.
Das Licht regiert / der schwartze Schatten fleucht
In eine Höl / in welche sich verkreucht /
Den Schand vnd Furcht sich zu verbergen zwinget.
Man kan dem Glantz deß Tages ja entgehn!
Doch nicht dem Licht / das / wo wir immer stehn /
Vns siht vnd richt / vnd Hell’ vnd Grufft durch dringet.
WAs sind wir Menschen doch? ein Wohnhaus grimmer Schmertzen.
Ein Ball deß falschen Glücks / ein Irrlicht dieser Zeit.
Ein Schauplatz herber Angst / besetzt mit scharffem Leid …
IHr Lichter / die ich nicht auff Erden satt kan schauen
Ihr Fackeln / die ihr stets das weite Firmament
Mit euren Flammen ziert / vnd ohn auffhören brennt; …