VIII. An Eugenien
Wenn meine seel in euch, mein licht! wie kan ich leben,
Nun das verhängnis mich so ferne von euch reißt?
Wie kan ich fröhlich seyn, wenn ihr mir euren geist
Nicht für den meinen woll't (den ihr gefangen) geben?
Man sieht mich hier, doch nur als ein gespenste schweben,
Als ein verzaubert bild, das sich beweglich weist
Durch fremder künste macht. Diß, was man sterben heißt,
Kan meine schmertzen wol, nicht meine flamm' auffheben.
Klagt euch das hertze nicht, das ihr in bande legt,
Wie scharff die geißel sey, die meine glieder schlägt?
Doch nein! es ist zu schwach, sein elend auszusprechen.
Es weiß nichts mehr von mir, es kennt euch nur allein;
Es freu't sich seiner angst und wünschet diese pein
Der bande, durch ein band, das ewig sey, zu brechen.
(Sonette Das vierte Buch S. 134)