Mich friert
by Johanna Ambrosius (1854–1939) · 1897 German
Mich friert im heißen Sonnenbrand
Bei aller Blütenpracht,
Seit eine grausame kalte Hand
Mir einen Trunk gebracht.
Mich friert am heißen Flammenherd,
Den wilde Glut durchwallt,
Ob auch das Feuer ewig währt,
Mir ist doch ewig kalt.
Und wenn ihr Sonn- und Feuersglut
Bis an den Himmel schürt,
Bleibt doch zu Eis erstarrt mein Blut,
Mein Herz ist tot – mich friert. (S. 80)
More poems by Johanna Ambrosius
-
Was ist das nur in meiner Brust
Für Quellen, Strömen, Rauschen?
Es klingt wie Weh und halb wie Lust, …
-
Ach, bindet mir die Hände doch
Mit festen Eisenketten,
Sie könnten sonst ein liebes Haupt …
-
Ach hätt' ich früher dich gesehn
Und wär's 'ne einz'ge Stund',
Wollt' segnen diesen Augenblick …
-
Komm an mein Herz, du zarte Rose
An leichtbewegtem, schlankem Stiel,
Daß nicht der Herbst, der blätterlose, …
All poems by Johanna Ambrosius →