Meeresstille

by Heinrich Heine

     Meeresstille! Ihre Strahlen Wirft die Sonne auf das Wasser, Und im wogenden Geschmeide Zieht das Schiff die grünen Furchen.

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     Bei dem Steuer liegt der Bootsmann

Auf dem Bauch, und schnarchet leise. Bei dem Mastbaum, seegelflickend, Kauert der betheerte Schiffsjung.      Hinter’m Schmutze seiner Wangen

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Sprüht es roth, wehmüthig zuckt es

Um das breite Maul, und schmerzlich Schau’n die großen, schönen Augen.      [333] Denn der Capitän steht vor ihm, Tobt und flucht und schilt ihn: Spitzbub.

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„Spitzbub! einen Hering hast du

Aus der Tonne mir gestohlen!“      Meeresstille! Aus den Wellen Taucht hervor ein kluges Fischlein, Wärmt das Köpfchen in der Sonne,

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Plätschert lustig mit dem Schwänzchen.

     Doch die Möve, aus den Lüften, Schießt herunter auf das Fischlein, Und den raschen Raub im Schnabel Schwingt sie sich hinauf in’s Blaue.

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