Maske
[279] Maske. Ei, wie war im Maskensaal’ Alles reich und prächtig; Mich ergriff’s beim Lampenstrahl Hehr und zaubermächtig.
Wähnt’ ich plötzlich mich gestellt, Und doch war’s nur Maske. Hier in diesem Glanz und Schmuck, Himmel voller Geigen,
Böser Zeiten schweigen. Aber aus dem Maskenchor Bläst ein Dämon mir ins Ohr: ’s ist ja doch nur Maske.
Für so eitle Freuden, Die man später oft beweint, Summen zu vergeuden. Lieber doch im frommen Sinn
Und doch ist’s nur Maske. [280] Mancher hat auch gar nicht Zeit Zu so losen Dingen; Muß in ew’ger Thätigkeit
Ach, was hat der Mann zu thun, Kaum zur Nachtzeit kann er ruhn; Und doch ist’s nur Maske. Einer spricht: Ohn’ meine Frau
Kann mir solche Menschenschau Nimmermehr genügen. Ihr zu leben, ist mir Pflicht; Meine Frau liebt so was nicht;
Also machet gern die Welt Mit gefühl Parade; Wo und wenn es ihr gefällt, Spielt sie Maskerade;
Nicht zum Maskenball zu gehn, ’s ist ja Alles Maske.