Mädchenmelancholie

by Rainer Maria Rilke

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Mädchenmelancholie

Mir fällt ein junger Ritter ein fast wie ein alter Spruch. Der kam. So kommt manchmal im Hain der große Sturm und hüllt dich ein.

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Der ging. So läßt das Benedein

der großen Glocken dich allein oft mitten im Gebet... Dann willst du in die Stille schrein, und weinst doch nur ganz leis hinein

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tief in dein kühles Tuch.

Mir fällt ein junger Ritter ein, der weit in Waffen geht. Sein Lächeln war so weich und fein: wie Glanz auf altem Elfenbein,

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wie Heimweh, wie ein Weihnachtsschnein

im dunkeln Dorf, wie Türkisstein um den sich lauter Perlen reihn, wie Mondenschein auf einem lieben Buch.

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