Kronenburg am Sunde
[100] Kronenburg am Sunde. Des Abends Purpur sinkt in den Hain herab, Am Meeresstrand steht herrschend die Festung da; Dumpf rollt die Wog’ an des Ufers Kiesel; Kulla steht schaurig im Duft der Ferne [1].
Laut schreiend streift die Möve der Wogen Haupt; Der Sturm verhallt in den Felsengängen, Rasselnder Ketten Getön erklirret. [101] Die Dämmrung schwebet leis’ auf des Meeres Schooß.
Es sinkt die Wolke – das Meer steigt brausend; Trübe verlischt der Gestirne Fackel. Des Pharos Flamm’ entglimmet auf Kullas Höh’; Sie wehet schwankend unter des Sturms Geheul,
Aengstlichen Flehens verhöhnend spottet. Das Seegel reißt, und krachend entstürzt der Mast; Es siedet das Meer und gürtet mit Schaum den Fels; Das Schiff zerschellt an der schroffen Klippe –