Klage des Minos

by Alfred Grünewald German

Nun ist des Lebens Gold verwirkt.
Es losch die Fackel der Epheben.
Der Tanz zerstob. Erinnyen heben
ihr fahles Haupt. Ich bin umzirkt.

Ich hab kein Weilen, keine Flucht.
Es ebbt mein Blut. Die Pulse stocken.
Ich hab kein Dürsten mehr, doch trocken
ist mir der Gaum. Des Wahnes Wucht

treibt mich umher in irrem Trott.
Mein Tag verrinnt wie Sand im Siebe.
Warum versiechte so die Liebe
in meinem Herzen, strenger Gott? (S. 51)
_____

More poems by Alfred Grünewald

All poems by Alfred Grünewald →