Klage des Minos

by Alfred Grünewald (1884–1942) · 1990 German

Nun ist des Lebens Gold verwirkt.
Es losch die Fackel der Epheben.
Der Tanz zerstob. Erinnyen heben
ihr fahles Haupt. Ich bin umzirkt.

Ich hab kein Weilen, keine Flucht.
Es ebbt mein Blut. Die Pulse stocken.
Ich hab kein Dürsten mehr, doch trocken
ist mir der Gaum. Des Wahnes Wucht

treibt mich umher in irrem Trott.
Mein Tag verrinnt wie Sand im Siebe.
Warum versiechte so die Liebe
in meinem Herzen, strenger Gott? (S. 51)
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    Der Jugend Reiz macht Götter selbst begehrlich,
    und Lippen ohne Flaum sind leicht versehrlich.
    Doch jener Knabe dort, ein Held der Spiele, …
  • . . .

    Verliebter Mund will stets den einen Namen sagen.
    Und wenn die Lippen dir zur Nacht erlahmen, sagen
    ihn immer noch und dann im Traum …
  • . . .

    Was ängstigt dich? Meinst du, ich will entfliehen?
    Nur rasten will ich nach der langen Fahrt.
    Die Stimmen, die nach Zeiterlöstem schrein, …
  • . . .

    Wie damals unsere Gespräche waren!
    Freuden und Sorgen mußtest du bekennen
    und mir die Namen deiner Freunde nennen. …

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