Kalliopens Gesang von dem Fürsten von Kaunitz-Rittberg dem Künstebeförderer.

by Johann Baptist von Alxinger

[11] Kalliopens Gesang von dem Fürsten von Kaunitz-Rittberg dem Künstebeförderer. Kalliope stand auf, die Schwestern horchten alle, Kein leiser West durchlispelte Die Lorbeerhayne, stille wards am Wasserfalle, So sang die Göttliche:

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     Der Edle, der schon früh die Weisheit aller Lande

Mit wißbegiergen Lippen sog, Doch nie der heimischen, und nie dem Vaterlande Sein grosses Herz entzog;      Der wieder Ruhe müden Völkern auszuspenden,

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In allen Friedenskünsten groß,

Theresiens Vertreter zog, mit starken Händen Des Janus Tempel schloß;      Dann ruhig, wie ein Gott im Schwalle von Geschäften, Der Sülly’s steile Bahn betrat,

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Und Werke der Unsterblichkeit mit Jünglingskräften

Und Greisenweisheit that, [12]      Mein Kaunitz liebt uns noch, in Stunden seiner Musse Geht er in unser Heiligthum Ein zweyter Phöbus, horchet unserm Jubelgrusse,

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Heißt Harfen, welche stumm

     An braunen Wänden hiengen, wieder neu besaiten, Und sie durch unsern Lorbeerhayn Gewaltig tönen, sie den spätsten Folgezeiten Ein seltnes Muster seyn.

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     Und wenn nun deine Künstler auch dem Steine Leben

Und menschliche Gestalt dem Erz, Und jede Scen’ aus der Natur der Leinwand geben; Wenn nun Thaliens Scherz      Und Melpomenens Klag’ auf deiner feinern Bühne

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Die edle Farce ganz verdrang,

Mit welcher der Geschmack wie Rüdiger der kühne Mit Erifilen *) rang; [13]      Wenn meiner Söhne sanfte Stimm’ jetzt deinem Ohre, So lang der Wahn verschlossen hat,

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Bemerkt wird, jeder Kunst geöffnet deine Thore,

Ihm dank’ es Kaiserstadt!      Ihm dankt es, Schwestern! eilt des Weisen Bild zu krönen, Das Delius ihm aufgestellt, Und von bekränztem Spiel laßt seine Thaten tönen

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Bis zu der Enkelwelt!

     Sie sangs, und sieh! die Musen fliegen zu der Feyer, Es rauscht ihr duftendes Gewand, Die Leyern klingen alle, du zu schwache Leyer Verstumm’ in meiner Hand!

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