König Abend

by Rainer Maria Rilke

[30] KÖNIG ABEND Wie König Balthasar einst nahte, die Stirn vom Kronenreif erhellt. so tritt im purpurnen Ornate der König Abend in die Welt.

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Der erste Stern führt ihn wie jenen

bis an den fernsten Hügelsaum; dort findet Mutter Nacht er lehnen mit ihrem Kind im Arm, dem Traum. Dem bringt er just wie jener Weise

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des Orients das Gold, gehäuft, –

das Gold, das uns der Knabe leise erlösend in den Schlummer träuft.

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