Kämpfen

by Rainer Maria Rilke

[64] KÄMPFEN I Ein heißer Eid, ein gramerpreßter, der leicht von jungen Lippen rinnt, der machte zur barmherzgen Schwester fast über Nacht ein blondes Kind.

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[65] Des jungen Lebens Wellen fließen

fortan durch Krankenstuben still; es träumt ihr Herz noch vom Genießen, wenn auch das Aug es leugnen will. Denn mit der Strenge der Asketen

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drängt sie zurück, was in ihr quillt,

und geht um Kraft nach Emaus beten zum wunderstarken Gnadenbild.

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