Faschingslied

by Johann Karl Wilhelm Geisheim

[269]  Faschingslied. Mir ergreift, ich weiß nicht wie Faschingsduft die Nase; Freude schäumt entgegen mir Aus dem vollen Glase;

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Dennoch sitz’ ich ehrbar da,

Wie die Jungfer Base, Scheue mich, ein Narr zu sein, Wie beim Schuß der Hase. Ja, die steifen Leutchen dort

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Könnten’s übel nehmen,

Würden meiner Pritsche sich Und der Kappe schämen. Weil sich dies und das nicht schickt, Muß ich mich bequemen,

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Meiner Narrheit frohen Muth

Steif und stumm zu lähmen. Denn, um heut ein Narr zu sein In dem Zeitgeschmacke, Brauchen wir nicht den Hanswurst,

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Noch die bunte Jacke;

[270] Brauchen wir nicht Witz noch Lust, Schnurre nicht, noch Schnacke; Still und heimlich steckt der Narr Selbst im schwarzen Fracke.

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Also freilich haben wir

Fasching alle Tage, Und es ist fürwahr die Zeit Voll von Narrenplage. Toll ist jetzt die Welt genug,

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Das ist keine Frage;

Lieber doch wär’ ich ein Narr Nach dem alten Schlage. Darum klinge nicht umsonst Heute mir die Schelle,

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Nicht vergebens sprudle mir

Süß die Nektarquelle; Drücke, Lust, mich an dein Herz, Daß es hoch mir schwelle; Fahre, Narrheit, aus, und mach’

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Zeit und Leben helle.

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