Einem Sommer

by Otto Ernst

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Einem Sommer.

Sommer, eh’ du nun entwandelst Über sonnenrote Höhn, Soll dir meine Seele sagen, Wie du mir vor allen schön!

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Wähne nicht, daß meinem Herzen

Sommer so wie Sommer sei; Seltsam wie der Wolken Wandel Ziehn die Zeiten ihm vorbei. Und wie du hervorgetreten

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Aus der Zukunft ernstem Tor,

Atmete aus dumpfen Qualen, Atmete dies Herz empor ... Dankbar will ich das nun singen: Wie die Wiese lag im Glanz

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Und du gingst am Rand im Schatten,

Und dein Gehn war Klang und Tanz – Wie auf Wolken du gefahren, Deren Weg dein Hauch gebeut, Wie du in den hohen Himmel

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Weiße Rosen hingestreut –

Wie du aus des Nußbaums Wipfel Durchs Gezweige sahst herab – Wie du rote Blüte gossest Über ein versunknes Grab –

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Wie im Wald am schwarzen Stamme

Stumm du standest, schwertbereit, Als ein sonnenblanker Ritter Aus verklung’ner Heldenzeit - Wie du alle Glocken schwangest

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Zum beglühten Turm des Doms –

Wie du rötlich hingewandelt Auf der Wellenflur des Stroms, Oder wie du braun von Wangen Westlich schrittest durch das Feld

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Und mit einer Amsel Tönen

Leis’ erweckt die Sternenwelt ... Hoher, ehe du entwandelst In den Saal „Vergangenheit“, Nimm mit dir wie Hauch der Felder

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Diesen Hauch der Dankbarkeit!

Wo gestorb’ne Sommer wandeln Hinter nachtumraunten Höhn, Wo nur Schatten dich umschweigen, Soll er singend mit dir gehn.

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