Eine Heimat wüßte ich uns beiden ...

by Georg Heym (1887–1912) · 1912 German

Eine Heimat wüßte ich uns beiden,
Wo im Schoß der Nacht in Wolkenreichen
Liegt des Mondes Stadt, in grünen Weiden
Kleiner Inseln, wo die Herden streichen.

In das gelbe Rund der Türme träten
Wir zu zweit, zu ruhn, wo einsam leuchtet
Noch ein Licht. Zu horchen auf den späten
Gang der Nacht, wenn Tau die Wiesen feuchtet.

Meine Hände wollten dann versinken
In dem Haar dir, in die Kissen zögen
Deinen Kopf sie, gäben mir zu trinken
Ewigen Schlaf von Mundes Purpurbögen. (S. 92)
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