Marengo

by Georg Heym

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MARENGO[1]

Schwarzblau der Alpen, und der kahlen Flur, Die Südsturm dröhn. Mit Wolken tief verhangen Ist grau das Feld. Ein ungeheures Bangen Beengt den Tag. Den Atem der Natur

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Stopft eine Faust. Hinab die Lombardei

Ist Totenstille. Und kein Gras, kein Baum. Das Röhricht regt kein Wind im leeren Raum. Kein Vogel streift in niedrer Luft vorbei. Fern sieht man Wagen, wo sich langsam neigt

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Ein Brückenpaar. Man hört den dumpfen Fall

Am Wasser fort. Und wieder droht und schweigt Verhängnis dieses Tags. Ein weißer Ball, Die erste der Granaten. Und es steigt Der Sturm herauf des zweiten Praerial[2].

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