Die Ungeliebten

by Alfred Grünewald (1884–1942) · 1990 German

Aus tiefster Schlucht hob meiner Tränen See
sich heiß empor, und seine Welle stieg
zu meinen Augen. - Deine Seele schwieg
vielleicht noch immer; aber meinem Weh

war deines nahe, zwar noch dicht verhüllt.
Doch brach ein Licht aus ihm, das es verriet.
Mein Schmerz hat lang vor deinem Schmerz gekniet,
und im Verweigern hast du sanft erfüllt.

Hoch über mir dein Antlitz, und doch ganz
in mir gespiegelt. Dunkel und im Glanz
von unerlöstem Feuer. Wer befreit

zu schöner Flamme die gebundnen Funken?
Sternloser Himmel! Deiner Sterne trunken,
flüchtet mein Leben in die Dunkelheit. (S. 52)
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  • . . .

    Der Jugend Reiz macht Götter selbst begehrlich,
    und Lippen ohne Flaum sind leicht versehrlich.
    Doch jener Knabe dort, ein Held der Spiele, …
  • . . .

    Verliebter Mund will stets den einen Namen sagen.
    Und wenn die Lippen dir zur Nacht erlahmen, sagen
    ihn immer noch und dann im Traum …
  • . . .

    Was ängstigt dich? Meinst du, ich will entfliehen?
    Nur rasten will ich nach der langen Fahrt.
    Die Stimmen, die nach Zeiterlöstem schrein, …
  • . . .

    Wie damals unsere Gespräche waren!
    Freuden und Sorgen mußtest du bekennen
    und mir die Namen deiner Freunde nennen. …

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