Die Tasso-Eiche

by Marie Eugenie Delle Grazie

[37]  3. Die Tasso-Eiche. Nach Jahren wilder, unerhörter Qualen Dein stiller Platz im Schatten dieses Baum’s, So nah der Sonne deiner Ruhmesstrahlen, So fern der Stätte deines Seelentraum’s!

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„Ferrara“ und „Lenore“ – ach, die Namen,

Die in der frommen Mönche düst’rem Kreis Verschämt nur über deine Lippen kamen, Hier schriest du sie vielleicht noch bang und heiß! Hier durfte unbelauscht dein Herz verbluten,

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Und wenn dein Weh in Thränen sich ergoß,

Verklärten sie die reinsten Sonnengluthen – Hier war dein Schmerz kein sündiger Genoß! Dann schwanden Roma’s wirre Häusermassen Wie Nebel, und nur eines sah dein Blick:

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Ferrara’s marmorschimmernde Terrassen

Und jener Tage blumiges Geschick! Nun schlummerst du, entrückt dem Qualbereiche, Das wärmste Herz im Bann des kühlsten Raum’s, Doch noch umsäuseln mystisch jene Eiche

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Die Schauer deines unerfüllten Traum’s!

[38] Ich fühlte sie.... und grünt ihr auch zur Seite Der bitt’re Lorbeer – hier gebeut er nie, Nur Sehnsucht reißt die Seele in die Weite, Und Liebeszauber ranken sich um sie;

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Vor deiner Grust erstirbt jed’ eitles Wähnen,

Hier thront dein Ruhm in majestät’scher Ruh, Doch wo der Mensch gelitten, fand ich Thränen, Und schluchzen, träumen durft’ ich hier wie du!

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