Die Schwestern

by Rainer Maria Rilke

[89]
DIE SCHWESTERN

Sieh, wie sie dieselben Möglichkeiten anders an sich tragen und verstehn, so als sähe man verschiedne Zeiten durch zwei gleiche Zimmer gehn.

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Jede meint die andere zu stützen,

während sie doch müde an ihr ruht; und sie können nicht einander nützen, denn sie legen Blut auf Blut, wenn sie sich wie früher sanft berühren

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und versuchen, die Allee entlang

sich geführt zu fühlen und zu führen: Ach, sie haben nicht denselben Gang.

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