Die schöne Philurene

by David Schirmer

XVI.

Fleuch/ fleuch/ Venus/ aus den Wäldern/
und du/ Pallas/ Venus nach.
Ziehet beyde von den Feldern
In das weite Frauen-Tach/
wo die nackten Charitinnen
uns die weissen Kräntze spinnen.

Ziehet weg von Philurenen/
beyden gehet sie weit vor.
Auf den Angern/ bey den Schönen/
führet sie den Jungfer-Chor/
da die Hirten voller springen
Einzig ihren Preiß besingen.

Schaut ihr seiden Haar hinfliehen/
Ihr Camenen/ schaut den Schnee/
den sie willig hin läst ziehen
auf dem rothen Stirnen-Klee.
Und ihr/ Sterne/ schaut die Augen/
die euch zu verfinstern taugen.

Ihr/ ihr Rosen/ habt die Wangen
ihrer liechten Farben-Pracht/
die voll Silber-Thaues hangen/
Euch zum Zierrath angemacht.
Ihre Lippen/ ihre Worte/
Rühmet man an allem Orte.

Wem nun wolte nicht belieben
ein so schönes Wunder-Bild?
Sey von meiner Faust geschrieben/
Philuren/ an Famen Schild.
Sie trägt dich zum Niederlanden/
da die Heerden längst gestanden.

Alle Trifften stehn voll Weiden/
alle Thäler voller Klee/
wenn du auf den braunen Heiden
singst des Daphnis Galathee/
und den Damon an den Buchen/
der dich täglich pflegt zu suchen.

Singe wol/ O Philurene/
Damon stummet selbst vor dir.
Du bleibst einzig seine Schöne/
und der Schäferinnen Zier.
Er wil deine Heerde träncken/
und sich dir zur Beute schencken. (S. 31-32)
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