An Alamannen/ und ihre unvergleichliche Schönheit

by David Schirmer

XXVII.

Alamanna/
Schönste meiner Schönen/
laß mich deine Zier
rühmen hier
mit verliebtem Sehnen
Alamanna!

Alamanna/
schöne Frühlings-Blume/
du bist weiß und roth/
hilff aus Noth/
dir zu deinem Ruhme/
Alamanna!

Alamanna/
deine Wangen blühen/
daß auch eine Bien
den Rubin
wolte dir entziehen
Alamanna!

Alamanna/
deiner Augen Fackeln
trotzen weit und fern
Jeden Stern
mit verliebtem wackeln.
Alamanna!

Alamanna/
süß ist deine Lippe.
den Corallen-Stein
Sticht allein
hin/ des Mundes Klippe.
Alamanna!

Alamanna/
Wie vom Schnee zwey Ballen:
So liegt deine Brust/
voller Lust/
im geschwellten Prallen.
Alamanna!

Alamanna/
Alles deine Glieder
stehen ausgeputzt:
wie da stutzt
Marmor hin und wieder.
Alamanna!

Alamanna/
solt ich dich nur haben
allzeit neben mir/
wollt ich hier
mein Hertz an dir laben/
Alamanna!

Alamanna/
zwar/ es wird wol kommen
die gewüntschte Zeit/
das das Leid
beyden wird benommen.
Alamanna!

Alamanna/
bleib mir nur gewogen/
niemals wirstu was
sagen das
wie ich dich betrogen.
Alamanna! (S. 61-63)
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