Die Krähen

by Johann Karl Wilhelm Geisheim

[262]  Die Krähen. Des Winters Vögel sind die Krähen, Der Norden ist ihr Vaterhaus; Ob Sturm und Flocken eisig wehen, Sie halten treulich bei uns aus.

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Sind auch an Gaben leer die Felder,

Sie finden Fraß ohn’ Unterlaß; Sind stumm und klanglos unsre Wälder, Sie kräh’n und[1] krächzen uns doch was. Sie sind nun unsre Nachtigallen,

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Und Lerchen, Finken, die zur Zeit

Abwärts im warmen Süden wallen, Wo ihre Liebe nicht verschneit. Die Krähen leben, zum Verwundern, Vom Schlechtesten, vom Schund der Welt;

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Den, gierig suchend, durchzuplundern,

Den Wunderlichen wohlgefällt. In ihnen ist doch ein Gelichter Von Vögeln auch im Frost uns nah. So, – haben wir auch keine Dichter, –

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Sind doch noch Recensenten da.

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