Die Brandstätte

by Rainer Maria Rilke

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DIE BRANDSTÄTTE

Gemieden von dem Frühherbstmorgen, der mißtrauisch war, lag hinter den versengten Hauslinden, die das Heidehaus beengten, ein Neues, Leeres. Eine Stelle mehr,

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auf welcher Kinder, von Gott weiß woher,

einander zuschrien und nach Fetzen haschten. Doch alle wurden stille, sooft er, der Sohn von hier, aus heißen, halbveraschten Gebälken Kessel und verbogne Tröge

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mit einem langen Gabelaste zog, —

um dann mit einem Blick, als ob er löge, die andern anzusehn, die er bewog zu glauben, was an dieser Stelle stand. Denn seit es nicht mehr war, schien es ihm so

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seltsam: phantastischer als Pharao.

Und er war anders, wie aus fernem Land.

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