Der Wintergarten

by Johann Karl Wilhelm Geisheim

[257]      Der Wintergarten. Die Nächte wurden länger, Die Gartenlust war aus; Die Fluren wurden bänger, Wir floh’n in’s Winterhaus.

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Da hab’ ich einen Garten

Im Hause längst gesehn, Drinn Blumen aller Arten Bei grünen Bäumen stehn. Dort war es wie im Lenze,

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Wenn Blüth’ und Blatt sich regt,

Und lust’ger Vögel Tänze Den Lerchenschlag bewegt. Wie Abendlicht die Bäume Durchblitzt und golden mahlt,

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Vom Glanz’ der Frühlingsträume

Sah ich mich dort umstrahlt. Fort war des Ernstes Schwere, Nur lenzig war mein Sinn; Bald hüpft’ ich mit, als wäre

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Der Kuckuck ich darinn.

[258] Denn wißt, der Frühlingsgarten Den ich vermeint’ zu schau’n, Die Blumen aller Arten Sind unsre lieben Frau’n.

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Den Traum der Frühlingslichter

Weckt schöner Augen Glanz; Die fröhlichen Gesichter Sind Laub und Blumenkranz. Laßt uns der Blumen warten,

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Und ihres Schmucks uns freu’n

Und in dem Wintergarten Recht oft den Lenz erneu’n.

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