Der Wald

by Friederike Brun

[48]            Der Wald.              (1779.) Nimm mich in kühligen, schattigen Arm, Säuselnder Hain! Fern von rauschender Freuden Schwarm, Ungestört vom nagenden Harm,

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Will ich deiner mich freu’n!

Lieblich strömt von den Gipfeln herab Wallender Duft; Langsam ans moosige Ufer hinab, Rollen die murmelnden Wellen ins Grab,

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Spiegel schimmernder Luft.

[49] O Natur! wie bist du so schön; Lieblich und hehr Deine verjüngende Schönheit zu sehn, So durch’s Leben lächelnd zu gehn,

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Mit der Unschuld daher!

Unschuld nur, und du, o Natur! Seeliges Band! Ihr versüsset das Leben uns nur; Stets will ich folgen der blumigen Spur

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Mit der Lieb’ an der Hand!

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