Der Träumer
[36] DER TRÄUMER I Es war ein Traum in meiner Seele tief. Ich horchte auf den holden Traum: ich schlief. Just ging ein Glück vorüber, als ich schlief,
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und wie ich träumte, hört ich nicht:
es rief. II Träume scheinen mir wie Orchideen. – So wie jene sind sie bunt und reich. Aus dem Riesenstamm der Lebenssäfte
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[37] ziehn sie just wie jene ihre Kräfte,
brüsten sich mit dem ersaugten Blute, freuen in der flüchtigen Minute, in der nächsten sind sie tot und bleich. – Und wenn Welten oben leise gehen,
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fühlst du’s dann nicht wie von Düften wehen?
Träume scheinen mir wie Orchideen. –