Der Frühling

by Christiana Rosina Spitzlin (1710–1740) · 1731 German

Komm! Flora komm/ bring die edle Frühlings-Zeiten!
Dein Blumen-Beth ist was das Auge selbst belebt;
Wo man der Lilgen Pracht sieht stehn auf allen Seiten/
Wann auf dem Atlaß-Blat die kleine Biene schwebt.
Und wird Aurora dann des Titans Strahlen küssen/
So läßt sie Perlen-Thau auf Rosen-Blätter fliessen.

Der Thirsis führt die Schaf auf eine grüne Weide/
Er pfeifft ihnen zur Lust auf seiner Flöten vor;
Er lebet höchst vergnügt auf grüner Sammet Heide/
Es singet ihm zur Freud der Vögel gantzes Chor.
Der Amouretten-Schaar läßt sich sehr fleißig finden/
Den schönsten Gratien die Blumen-Cräntz zu winden. (S. 198)

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  • Aria

    Schöne Flora, deine Blicke
    Strahlen mich mit Freuden an;
    Weil ich mich an dir erquicke …
  • Die Apotheke

    Als bey der Apotheke ich neulich vorbey gangen
    Gedacht ich bey mir selbst/ O grosser Wunder-GOtt!
    Wie läßt du deine Güt so herrlich uns empfangen …
  • Die Erde

    Als ich im Frühling sah die schön-beblümte Erde
    Wie alles wieder neu von Flora Hand geschmückt
    Und wie der Kräuter Schaar aufs neu belebet werde …
  • Die Lufft

    Ach edle Kostbarkeit der Ambra reichen Lüffte
    Wie herzlich spielest du durch holde Heiterkeit!
    Es führt dein sanffter Wind nur balsamirte Düffte …

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