Der Engel

by Rainer Maria Rilke

[23] DER ENGEL HIN geh ich durch die Malvasinka[1] die Kinderreih, wo sanft und gut die kleine Anka oder Ninka in ihrem letzten Bettchen ruht.

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Auf einem schmalen Schollenhügel

kniet, ganz versteckt in hohem Mohn, mit staubigem, gebrochnem Flügel ein Engelchen aus rohem Thon. Das flügellahme Kindchen flößte

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mir Mitleid ein, – das arme Ding…

Da, sieh! Von seinen Lippen löste sich leicht ein kleiner Schmetterling. –

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