Der Blinde

by Rainer Maria Rilke

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DER BLINDE

PARIS Sieh, er geht und unterbricht die Stadt, die nicht ist auf seiner dunkeln Stelle, wie ein dunkler Sprung durch eine helle Tasse geht. Und wie auf einem Blatt

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ist auf ihm der Widerschein der Dinge

aufgemalt; er nimmt ihn nicht hinein. Nur sein Fühlen rührt sich, so als finge es die Welt in kleinen Wellen ein: eine Stille, einen Widerstand —,

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und dann scheint er wartend wen zu wählen:

hingegeben hebt er seine Hand, festlich fast, wie um sich zu vermählen.

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